Die Brautkerze
Seit dem Mittelalter gehört die Brautkerze zu jeder Hochzeitszeremonie. Besonders schön und persönlich ist eine selbst gestaltete Brautkerze.
Brot und Licht Um das Brot und die Kerze gibt es verschiedene Bräuche, die sich regional unterscheiden. In Westfalen befand sich mitten auf der Hochzeitstafel ursprünglich ein Riesenbrot mit einer Kerze. Während das Brot historisch hinterher an die Armen verteilt wurde, wurde die Kerze in die Kirche gestellt. In Schlesien oder in Hessen reichte der Bräutigam der Braut beim Einzug in das neue Heim ein Stück Brot von einem frischen Laib. Alternativ kann auch die Brautmutter dem Paar das Brot reichen. Die Braut verwahrt ein Stück Brot für alle Zeiten, der Rest wurde historisch ebenfalls an die Armen verteilt. In der Kirche spielen Brot und Salz eine wichtige Rolle „Ihr seid das Salz der Erde". Je nach örtlichem Brauch können Brot, Salz, Wein und Kerzen vor dem Abschluss des Traugottesdienstes überreicht und gesegnet werden.
Brautschuh
Nach altem Brauch zahlt die Braut den Brautschuh von zusammengesparten Pfennigen als Zeichen der Sparsamkeit. Auf der Hochzeit kann der Brautschuh symbolisch an die Gäste versteigert werden. Die Beträge werden in den Brautschuh gelegt. Der Bräutigam ersteigert zum Schluss den Schuh und das junge Paar behält das ersteigerte Geld.
Die Tradition gibt es auch abgewandelt als Strumpfbandversteigerung.
Brautschleier
Ursprünglich stand der weiße Brautschleier der Braut für deren Jungfräulichkeit. Die Jungfrau Maria wird symbolisch auch oft mit weißen Lilien verglichen. Um Mitternacht wurde die Braut zur Ehefrau. Deshalb wurde dann der Schleier abgenommen.
Zusammenlegen der Hände
Die menschliche Hand ist individuell und einmalig. Durch das Zusammenlegen der Hände werden zwei Persönlichkeiten mit ihren Eigenheiten, aber auch ihrer Kraft verbunden.
Die Ringe
Der Trauring (oder Ehering) ist ein Symbol für die Ehe und der Austausch der Ringe stellt einen wichtigen Akt innerhalb der Hochzeitszeremonie dar. Der Brauch des Traurings geht auf die griechisch-römische Antike zurück. Römer und Griechen trugen den Ring schon an der linken Hand. Sie glaubten, dass eine Ader von diesem Finger aus direkt zum Herzen und damit zur Liebe führt. Der Brauch, den Trauring am Ringfinger zu tragen, hat sich bis heute erhalten. Während Amerikaner und Italiener etwa den Ring am linken Ringfinger tragen, wird er nicht nur im deutschsprachigen Raum am rechten getragen. Gravuren sind ebenfalls seit der Antike belegt. Gravuren wie z.B. "Pignus amoris habes" - übersetzt: "Du hast meiner Liebe Pfand" - sind auf römischen Eheringen zu finden. Christliche Bedeutung entfaltet der Ehering spätestens seit Papst Nikolaus um 850. Seitdem galt der Ehering offiziell als Sinnbild der Treue und Beständigkeit und der ehelichen Bindung. Der Ring hat kein Anfang und kein Ende, ebenso soll die Beziehung des Paares und der Bund Gottes mit den Menschen ewig währen. Der Ring wurde im 13. Jahrhundert fester Bestandteil der kirchlichen Hochzeitszeremonie.
Der Brautstrauß
Es ist traditionell die Aufgabe des Bräutigams, den Brautstrauß zu besorgen. Er überreicht ihn seiner Braut vor der Kirche und vor der Hochzeitszeremonie. In den frühen Morgenstunden der Feier wird der Brautstrauß geworfen. Die Braut wirft ihn blind über die Schulter. Hinter der Braut stehen die Jungfrauen, alle unverheirateten Frauen, die den Strauß fangen sollen. Wer den Strauß fängt, der heiratet dem Brauch entsprechend als nächstes.
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